Gemeinsame Veranstaltungsreihen
Europäische Frankophonie: Geschichte, Gegenwart, Perspektiven
Das Netzwerk der universitären Frankreich- und Frankophoniezentren in Deutschland organisiert im Sommersemester 2026 eine neue Veranstaltungsreihe zum Thema der europäischen Frankophonie. Im Rahmen der Reihe erwartet Interessierte ein vielfältiges Programm mit einem besonderen Fokus auf die frankophonen Räume Europas. Die Reihe versammelt Beiträge aus den Bereichen Geschichte, Literatur, Didaktik, Sprachwissenschaft sowie Sprachpolitik und eröffnet vielfältige Perspektiven auf die europäische Frankophonie.
Im Rahmen dieser Reihe finden folgende Veranstaltungen statt:
Frankreichzentrum, Freie Universität Berlin
in Kooperation mit der Vertretung Wallonie-Brüssel-Ostbelgien in Deutschland
"Le bel obscur (Seuil, 2025)"
Lecture-débat (hybrid)
Zeit: 12. Mai 2026, 18.15−19.45 Uhr
Ort: Otto-von-Simson-Str. 26, Seminarzentrum, Raum L115,14195 Berlin-Dahlem sowie via Webex
Referentin: Caroline Lamarche
Moderation: Dirk Fuhrig (Deutschlandfunk Kultur)
Anmeldung: frankreichzentrum@fu-berlin.de
Abstract
In ihrem Roman Le Bel obscur (Seuil 2025), der für den Prix Goncourt 2025 nominiert war, erzählt Caroline Lamarche die Geschichte einer Frau, die nach dem Scheitern ihrer Ehe darum ringt, ihre Rolle als heterosexuelle Frau eines homosexuellen Mannes neu zu begreifen. Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Familiengeschichte und durch die Entdeckung des rätselhaften und androgynen Vorfahren Edmond, eröffnet sich der Erzählerin ein eigener Zugang zu Erinnerungen und kulturellen Prägungen von Geschlechteridentität. Über das Buch und Fragen seiner Rezeption in Belgien und Frankreich, vor allem Dynamiken des Buchmarkts und sprachpolitischer Kontexte, spricht sie mit dem Journalisten und Literaturkritiker Dirk Fuhrig (Deutschlandfunk Kultur).
Zentrum für Frankophone Welten, Eberhard Karls Universität Tübingen
"Von Bagatellen und Galanterien. Wie das Französische seinen Weg ins Schwäbische gefunden hat"
Zeit: 20. Mai 2026, 18.15–19.45 Uhr
Ort: Wilhelmstraße 50, Raum 315, 72074 Tübingen, sowie online via Zoom
Referent*innen: Julia Braun & Hans Baumann (Universität Tübingen)
Anmeldung: zfw@uni-tuebingen.de
Abstract
Haben Sie auch schon einmal richtig Schwäbisch parliert? Dann wissen Sie nur zu gut, dass viele schwäbische Begriffe aus dem Französischen stammen – was bei einem Blick auf die Geschichte Württembergs auch kaum überrascht. Doch was charakterisiert fremde Wörter, wenn sie im Dialekt heimisch werden?
In diesem Vortrag gehen Frau Julia Braun (Ludwig-Uhland-Institut) und Herr Hans Baumann (Universität Tübingen) dieser Frage anhand von Briefen und Tonbandaufnahmen nach und zeigen, welche Besonderheiten französische Lehnwörter im Schwäbischen aufweisen, wie sie verwendet werden und wie ihr Gebrauch gesellschaftlich wahrgenommen und bewertet wurde.
Campus Nord Frankreich und Frankophonie (CANOFF) & Belgienzentrum Universität Paderborn
"Belgien/Benelux für die Schule"
Workshop (online)
Zeit: 29. Mai 2026, 09.30–10.45 Uhr
Referentin*innen: Resul Karaca (Universität Paderborn) & Andriatiana Ranjakasoa-Block (Europa-Universität Flensburg)
Anmeldung: canoff@uni-bremen.de | belz26@mail.uni-paderborn.de
Abstract
In Zusammenarbeit der Universitäten Paderborn und Flensburg findet am 29. Mai von 9.30 bis 10.45 Uhr ein digitaler Workshop mit dem Titel „Belgien/Benelux für die Schule“ statt.
Der Workshop gibt einen Einblick in die Online-Plattformen des Belgienzentrums der Universität Paderborn www.belgien.net und www.benelux.net, über die seit 2019 qualitätsgesicherte und curricular abgestimmte didaktische Unterrichtsmaterialien mit Belgien- bzw. Benelux-Schwerpunkt für die Fächer Französisch und Niederländisch der gymnasialen Oberstufe bereitgestellt werden.
Im Anschluss geht es um die Frage, wie die europäische Frankophonie als didaktisches Instrument in der Ausbildung von Lehrkräften für Französisch als Fremdsprache zur Förderung frankophoner Kompetenzen eingesetzt werden kann. Am Beispiel Belgiens, das aufgrund seiner institutionellen Mehrsprachigkeit und kulturellen Vielfalt als Laboratorium der europäischen Frankophonie gilt, beleuchtet der Vortrag konkrete didaktische Maßnahmen, die auf der Exkursion der Französistik der EUF Flensburg von 2023 basieren.
Zum Abschluss erwartet die Teilnehmenden ein interaktives Quiz.
Meeting-ID: 682 8781 0316
Kenncode: 239695
Frankreich-Zentrum Freiburg
"Le français hors de France: voyage dans les mots de la francophonie européenne"
Vortrag (online)
Zeit: 8. Juni 2026, 18.00-19.30 Uhr
Referent: Mathieu Avanzi (Université de Neuchâtel)
Anmeldung: frankreich-zentrum@fz.uni-freiburg.de
Abstract
Quand on parle du français, on pense spontanément à la France. Pourtant, la langue se décline aussi ailleurs en Europe, où elle a développé des accents, des mots et des usages bien à elle. En Suisse romande, en Belgique ou encore dans certaines régions frontalières (Luxembourg, Val d'Aoste), on dit par exemple septante, on panosse le sol ou on va voir un logopédiste pour soigner un trouble du langage.
Cette conférence propose une exploration de ces particularités lexicales et culturelles qui font la richesse du français hors de France. À partir d’exemples tirés d’enquêtes linguistiques récentes et de cartes interactives, on verra comment ces mots naissent, circulent et racontent l’histoire des régions où ils sont employés.
Mathieu Avanzi a passé sa Maîtrise en sciences du langage à l’Université de Grenoble-Alpes en 2004, puis obtenu en 2011 sa thèse de doctorat entre l’Université de Neuchâtel et celle de Paris Nanterre. Après des séjours postdoctoraux à Louvain-la-Neuve (Belgique), Cambridge (Royaume-Uni), Genève, Zurich et Berne, il a été nommé Maître de conférences à la Sorbonne (Paris IV) en 2018, puis, en 2022, professeur ordinaire à l’Université de Neuchâtel. Il y dirige le Centre de dialectologie galloromane et d’étude du français régional.
Belgienzentrum Universität Paderborn
"Circular Economy aus belgisch-deutscher Perspektive"
10. Belgientag (in Präsenz)
Zeit: 10. Juni 2026, 9.30-20.00 Uhr
Ort: Gebäude Y, Raum Y0.301, Warburger Str. 100, 33098 Paderborn
Anmeldung: belz26@mail.uni-paderborn.de
Abstract
Am 10. Juni 2026 lädt das Belgienzentrum zum 10. Belgientag mit dem Thema: „Circular economy aus belgisch-deutscher Perspektive“ alle Mitglieder, Förder*innen, Partner*innen, und Interessierte ein.
Am Vormittag ab 9.30 Uhr ist das Belgienzentrum dieses Mal zu Gast bei der Fakultät für Maschinenbau im Gebäude Y. Dort diskutieren wir mit dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen Herrn Nathanael Liminski, S.E. dem Botschafter Belgiens in Deutschland Piet Heirbaut, der stellv. Generaldelegierten Flanderns Marianne Van Boxelaere und dem Vertreter der DGCFRW Alexander Homann und Wissenschaftler*innen der Fakultät für Maschinenbau und des Belgienzentrums und Wirtschaftsvertreter*innen der Region Ostwestfalen-Lippe und Nordrhein-Westfalen über das Rahmenthema. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, sich einer Führung durch das Gebäude Y anzuschließen, um sich über die hier geleistete interdisziplinäre und anwendungsorientierte Grundlagenforschung zu hybridem Leichtbau und additiver Fertigung zu informieren und an der Tombola des Belgienzentrums zugunsten der Lebenshilfe Paderborn teilzunehmen.
Ab 14.15 Uhr wird die Diskussion über „Circular economy aus belgisch-deutscher Perspektive“ mit jungen Menschen im Gymnasium Theodorianum, Paderborn fortgesetzt, um im Anschluss nach einer Präsentation einer Ausstellung analoger und digitaler Museumskoffer des Projektes „Benelux macht Schule“ die besten Koffer zu prämieren.
Am Abend möchten wir mit Ihnen gemeinsam ab 18 Uhr „10 Jahre Belgienzentrum“ an der Universität Paderborn feiern. Wir freuen uns auf interessante Einlassungen zum BELZ von Prof. Matthias Bauer, Präsident der Universität Paderborn, S.E. Piet Heirbaut, belgischer Botschafter, Marianne Van Boxelaere, stellv. Generaldelegierte Flanderns, Alexander Homann, Botschaftsrat und Vertreter der DGCFRW, Sven Mossler, Referatsleiter Auswärtiges Amt und eines Vertreters der Stadt Paderborn. Im Anschluss erfolgt ein Gespräch mit dem Schriftsteller Stefan Hertmans über Lernende und Lehrende in seinem Roman Dius, das durch die musikalische Mitwirkung des Gitarristen Jacques Stotzem zu einem Trialog erweitert wird. Im Anschluss lädt ein Empfang die geladenen Gäste zu Austausch, Vernetzen und Verweilen ein.
Um Anmeldung zu der Veranstaltung wird bis zum 30. Mai 2026 gebeten.
"Grenzen neu vermessen: Frankophonie mit Fokus auf den Benelux-Raum unterrichten"
Workshop (hybrid)
Zeit: 23. September 2026, 09.45–10.45 Uhr
Ort: Universität Paderborn, Gebäude H, Mersinweg, 33100 Paderborn sowie online
Referentinnen: Sabine Schmitz & Jule Aufderbeck (Universität Paderborn)
Anmeldung: belz26@mail.uni-paderborn.de
Abstract
Frankophonie kann so nah sein – im Benelux-Raum! Zwischen Belgien, Luxemburg und den Niederlanden haben sich dichte historische, ökonomische und institutionelle Netzwerke entwickelt, die Mehrsprachigkeit als gesellschaftliche Normalität etablieren. Französisch ist hier nicht allein Nationalsprache, sondern Teil einer lebendigen grenzüberschreitenden europäischen Frankophonie, die sich in Verwaltung, Bildung, Kultur und Alltagskommunikation manifestiert. Damit ist der Benelux-Raum als ein Ort, an dem Frankophonie in Europa greifbar, erlebbar und lebensweltlich relevant wird, eine spannende Grundlage für den Französischunterricht.
Der Workshoptitel „Grenzen neu vermessen“ versteht sich dabei als programmatische Metapher: Der Französischunterricht wird als Ort begriffen, an dem kulturelle Räume neu kartiert, Perspektiven verschoben und vertraute Ordnungsmuster reflektiert werden. Der Workshop zielt darauf, kulturwissenschaftliche Theorie und fachdidaktische Praxis produktiv miteinander zu verbinden und Impulse für eine zukunftsorientierte, europäisch ausgerichtete Didaktik des Französischen zu geben.
Es werden praxisnahe Ideen vorgestellt, wie Lehrkräfte Frankophonie und grenzüberschreitende Erinnerungskultur in den Französischunterricht einbinden können. Anhand konkreter Materialien, Unterrichtsideen und kulturwissenschaftlich fundierter Perspektiven lernen die Teilnehmenden den Benelux-Raum als Grundlage für die Vermittlung transnationaler Frankophonie kennen und erproben, wie Lernende sprachliche und kulturelle Vielfalt erfassen, historische Verflechtungen erkennen und die Frankophonie als europäischen Erfahrungsraum begreifen können.
Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes
"Frankophone Räume in Deutschland: zwischen Sprachenpolitik und Alltagspraxis"
Vortrag (hybrid)
Zeit: 7. Juli 2026, 10.15–11.45 Uhr
Ort: Universität des Saarlandes Campus A4 2, Raum 2.11.1, 66123 Saarbrücken
Referentinnen: Prof. Dr. Claudia Polzin-Haumann und Dr. Maria Hegner (Cellule francophone en Allemagne, Universität des Saarlandes)
Anmeldung: frankreichzentrum@uni-saarland.de
Abstract
Der Begriff Frankophonie bezieht sich längst nicht mehr nur auf historisch definierte geographische Räume in Europa oder darüber hinaus. Mit der Unterscheidung von francophonie und Francophonie rückt auch die institutionelle, politische Ebene in den Blick; zudem lässt sich die Frankophonie als diskursiver Raum begreifen (Erfurt 2005). Der Vortrag beleuchtet das Saarland als frankophonen Raum und fokussiert dabei insbesondere auf das Spannungsfeld aus sprachpolitischen Rahmenbedingungen, Lernendenzahlen und Möglichkeiten der Französischförderung.
"Zwischen Sprachenfrieden und Frühenglisch: Die Herausforderungen der Schweizer Sprachenpolitik seit den 1960er Jahren"
Vortrag (online)
Zeit: 7. Juli 2026, 18.00 Uhr
Referentin: Prof. Dr. Christina Späti (Université de Fribourg)
Anmeldung: frankreichzentrum@uni-saarland.de
Abstract
Seit den 1960er Jahren sah sich die schweizerische Sprachenpolitik zahlreichen Schwierigkeiten gegenüber. Der Jura-Konflikt und damit verbundene Ethnisierungsprozesse in der französischsprachigen Westschweiz forderten die traditionellen Mechanismen der Sprachenpolitik genauso heraus wie der Aufstieg des Englischen zur globalen Lingua franca. Der Vortrag beleuchtet die verschiedenen Probleme der schweizerischen Mehrsprachigkeit seit den 1960er Jahren. Thema sind auch die damit verbundenen Debatten sowie die Antworten, die Politik und Gesellschaft auf diese Herausforderungen fanden.
Gemeinsame Online-Reihe „Deutsch-französische Perspektiven im Dialog“
Die Reihe unter der Überschrift „Deutsch-französische Perspektiven im Dialog“ greift aktuelle Kernthemen der deutsch-französischen Zusammenarbeit auf und will diese reflektieren, Konvergenzen aber auch Divergenzen aufzuspüren und somit neue Perspektiven eröffnen. Es sollen Expert*innen zu Wort kommen, die Analysen anbieten und Handlungsoptionen formulieren.
Zukünftige Termine werden hier veröffentlicht.
